Kies

BRD 1986, 35mm, 1:1,85, Farbe, ab 16 J., 85 Minuten

Genre:moderner Heimatfilm
Regie:Douglas Wolfsperger
Drehbuch:Douglas Wolfsperger
Mitarbeit:Tobias Engelsing
Kamera:Volker Maria Arend
Ton:Manuel Laval
Musik:Charles Kalman
Schnitt:Walther Vögele
Produktionsfirma:Steinbock-Film / Wolfsperger + Bauer TV
Darsteller:Hans Grafl, Ilse Matheis, Dorothea Moritz, Richard Gandor u.a.
Weltvertrieb:Transocean, München
Verleih:Wilder Süden Filmverleih, Berlin (früher: Kora, München)
Drehorte:Bodensee (Höri, Markelfingen, Insel Reichenau)
Uraufführung:05.11.1987, Konstanz

Felix, stoppelbärtig, Lederjacke, irgendwas zwischen Lausebengel und ausgemachtem Betrüger, fährt mit einem geklauten Sport-Cabrio über die Grenze von der Schweiz nach Deutschland. Als wegen einer Beerdigung die Landstraße kurz blockiert ist, kommt er zufällig neben dem Auto der attraktiven Ella zum stehen. Sein Interesse an der jungen Frau wächst noch weiter, als er in der Dorfkneipe erfährt, daß Ella Schäufele das Töchterchen des reichen Kieswerkbesitzers ist. Ella kann dem Fremden mit seinem wilden Charme, der so selbstbewusst und zielsicher auf sie zugeht, nicht widerstehen. Als die Mutter von der Liaison erfährt, ist sie hell empört, schließlich steht der gute Ruf der angesehenen Familie auf dem Spiel. Doch schließlich muß die Frau Mama, einsehen, dass sie nichts ändern kann und beginnt, die Hochzeit zu planen – ganz groß, denn eine „Schäufele“ heiratet im großen Stil.

Felix findet sich im selbstangeregten Schauspiel plötzlich als Statist wieder. Trost und Halt findet er lediglich bei Vater Schäufele, der ja seinerzeit auch „bloß ins Kieswerk eingeheiratet“ hat und bei der liebeshungrigen Wirtin Lilly. Dem zukünftigen Schwiegersohn wird klar, dass er sich entscheiden muß und so entschließt er sich im letzten Moment, dem trauten Eheglück noch einmal (oder wieder einmal?) zu enfliehen…

Festivals

Biberacher Filmfestspiele, 1986
Max-Ophüls-Festival, Saarbrücken, 1987

Pressestimmen

Ein mildes satirisches Stück aus der deutschen Wirklichkeit – und recht spaßig obendrein. (Kinokalender Südwest 3, Peter Kreglinger)

Der in Konstanz aufgewachsene Regisseur zeichnet ein typisches Bild seiner Heimat und des Menschenschlags. Er zeigt in diesem Werk, dass sich 85 Minuten geballte Unterhaltung auch ohne billige Effekte und ohne hohe Kosten erzielen lassen. Vom Kinopublikum begeistert aufgenommen. (Schwarzwälder Bote)

Hinter der Fassade eines intakten, religiös geprägten Familienlebens und einer funktionierenden Dorf- und Betriebsgemeinschaft werden Unmoral und normabweichendes Verhalten ausgelebt. (Staatl. Prüfungsausschuss der freiwilligen Selbstkontrolle)