Lebe kreuz und sterbe quer

BRD 1985, 35mm, 1:1,85, s/w, 80 Minuten

Genre:schwarze Komödie
Regie:Douglas Wolfsperger
Drehbuch:Douglas Wolfsperger
Mitarbeit:Tobias Engelsing
Kamera:Karl Walter Lindenlaub
Ton:Manuel Laval
Musik:Thomas Eichenbrenner
Schnitt:Walther Vögele
Produktionsfirma:Steinbock-Film / Douglas Wolfsperger
Darsteller:Luise Deschauer, Richard Gandor, Rudolf Waldemar Brem, Hans Grafl, sowie Annette Schmidt-Fischer, Max Weinhart, Tim Lienhard, Tobias Engelsing, Heimo Scheurer, Robert Spitz, Konrad Schatz u.a.
Verleih:Wilder Süden Filmverleih, Berlin (früher: Kinowelt)
Drehort:
Drehzeit:
Konstanz am Bodensee
8. Juli – 14. August 1985
Uraufführung:07.12.1985, Scala Kino, Konstanz

Festivals

Biberacher Filmfestspiele 1985
Max-Ophüls-Festival, Saarbrücken 1986
Filmschau Nürnberg 1986
Alpinale, Bludenz 1986

Trailer

Inhalt

Andere würden wohl Amok laufen, doch der rundliche Bäckermeister Frieder Witz weiß eine sanftere Lösung: Weil ihn die Konkurrenz des Supermarkts in die Enge drängt, die letzten Raten für die Knetmaschine nicht bezahlt sind, das Geld für die Urlaubsreise fehlt und das ständige Arbeiten keinen Spaß mehr macht, beschließt er den totalen Ausstieg.

Der Bäcker mit der teigigen Figur simuliert einen Treppensturz und stellt sich tot; schon bevor sein leerer Sarg unter der Erde ist, bedrängen gierige Freunde und Verwandte die trauernde Witwe; zur Leichenschmauss-Gaudi kehrt Frieder zurück und mischt sich unter die Hinterbliebenen. Da kann zwar eine Lahme plötzlich vor Schreck wieder gehen, doch die gerade noch lustigen Trauergäste mögen keine Scherze und bestehen mit Gewalt auf dem Anlaß ihrer Feier.

Pressestimmen

Je böser desto überzeugender, wenn der Regisseur auf die katholische Provinzstadt und ihre Klischees eindrischt. (Süddeutsche Zeitung)

Für die Hauptperson Frieder hatte Wolfsperger mit Richard Gandor, Bäcker von Beruf, einen Hauptdarsteller, um den ihn Fassbinder beneidet hätte: Mit großäugig sprechendem Gesicht, gleich überzeugend in der Fron der Backstube wie im lustlosen abendlichen Ehebett. (Münchner Merkur)

Inszeniert mit einem guten Blick fürs Detail und mit einer phantasievollen Verwendung von Musik. (Filmecho)

Ein deutscher Film voller Bosheiten! (Stuttgarter Nachrichten)

Wolfspergers Low-Budget-Film hat zwar Heimat und Kleinstadt zum Thema, aber mit dem Heimatfilm der 50er Jahre wenig gemeinsam: statt malerischer Idylle und schwelgerischer Bodensee-Romantik zeichnet er die miefige Atmosphäre eines Kleinbürgertums, das hinter oberflächlicher Wohlanständigkeit niedrige Instinkte verbirgt. (Katholischer Filmdienst)

Eine Kirchenglocke läutet den Film ein. Ihr entkommt keiner. (Filmecho)